Welche Software hilft dabei, Websites barrierefreier zu gestalten?
Unternehmen und öffentliche Einrichtungen stehen vor der Herausforderung, digitale Barrieren zu erkennen, zu reduzieren und die Barrierefreiheit ihrer Angebote dauerhaft sicherzustellen.
Dafür gibt es unterschiedliche Lösungen: von automatisierten Prüfwerkzeugen über technische Remediation bis hin zu Assistenzfunktionen, manuellen Audits und barrierefreien Dokumenten.
Doch nicht jede Software erfüllt dieselben Aufgaben. Wir stellen fünf Anbieter vor und erklären, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Was sollte eine gute Software für digitale Barrierefreiheit leisten?
Digitale Barrierefreiheit umfasst weit mehr als die Möglichkeit, Schriftgrößen oder Kontraste anzupassen.
Eine umfassende Lösung sollte möglichst viele der folgenden Aufgaben unterstützen:
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- Technische Barrieren reduzieren: beispielsweise Probleme bei der Tastaturbedienung, Screenreader-Unterstützung oder ARIA-Auszeichnung
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- Individuelle Assistenz bieten: etwa Anpassungen von Schriftgrößen, Kontrasten und Abständen oder Vorlesefunktionen
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- Barrierefreiheit überwachen: regelmäßige automatisierte Prüfungen anhand der WCAG
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- Ergebnisse dokumentieren: Prüfberichte, Entwicklungen und Unterstützung bei der Barrierefreiheitserklärung
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- Barrierefreie Inhalte bereitstellen: beispielsweise Leichte Sprache, Gebärdensprache und barrierefreie PDF-Dokumente
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- Manuelle Prüfungen ermöglichen: insbesondere für Anforderungen, die sich nicht zuverlässig automatisiert bewerten lassen
Welche dieser Funktionen benötigt werden, hängt von der Website, ihrer Zielgruppe und den jeweiligen rechtlichen Anforderungen ab.
5 Anbieter für digitale Barrierefreiheit im Überblick
1. digi·access – Europäischer Pionier mit umfassendem Leistungsportfolio
digi·access wurde im Februar 2020 in Deutschland gegründet und gehört zu den frühen europäischen Anbietern automatisierter technischer Remediation für Websites.
Während der Markt für solche Lösungen damals insbesondere von Unternehmen aus den USA und Israel geprägt war, setzte digi·access früh auf die automatisierte Reduzierung technischer Barrieren.
Heute bietet das Unternehmen ein umfassendes Portfolio für digitale Barrierefreiheit – von der technischen Verbesserung von Websites bis zur Aufbereitung barrierefreier Inhalte und manuellen Prüfungen.
Automatische technische Remediation
Das digi·smartPlugin kann ausgewählte technische Barrieren direkt auf Websites reduzieren. Dazu gehören unter anderem Verbesserungen der Tastaturbedienbarkeit, Screenreader-Unterstützung, ARIA-Auszeichnungen sowie bestimmter Bild- und Linkbeschreibungen.
Die Einbindung erfolgt über eine Script-Zeile. Ein vollständiger Relaunch der Website ist dafür nicht erforderlich.
Individuelle Assistenzfunktionen
Der integrierte digi·assistant bietet Websitebesuchern verschiedene Möglichkeiten, die Darstellung und Nutzung individuell anzupassen, beispielsweise bei Kontrasten, Schriftgrößen und Abständen.
Kontinuierliches WCAG-Monitoring
Im digi·smartPlugin ist bereits die Basisüberwachung durch digi·accessMonitor enthalten. Sie überprüft monatlich bis zu 50 URLs auf automatisiert erkennbare Barrieren.
Darüber hinaus bietet digi·access erweiterte Monitoring-Pakete für umfangreichere Websites und Organisationen mit mehreren Domains.
Barrierefreiheit über die Website-Technik hinaus
Ein besonderes Merkmal von digi·access ist das breite Angebot ergänzender Lösungen und Dienstleistungen:
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- digi·signLanguage: Gebärdensprachvideos für digitale Inhalte
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- digi·easyLanguage: Unterstützung bei der Bereitstellung von Inhalten in Leichter Sprache
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- digi·pdf: Aufbereitung barrierefreier PDF-Dokumente nach PDF/UA
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- digi·excellence: Manuelle Accessibility-Audits und fachliche Prüfungen
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- digi·advancedReader: Erweiterte Funktionen zur Unterstützung beim Lesen digitaler Inhalte
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- Barrierefreiheitserklärung: Unterstützung bei der Erstellung und Pflege der Erklärung
Damit können Websitebetreiber zahlreiche Anforderungen über einen zentralen Ansprechpartner abdecken, anstatt für jede Aufgabe einen separaten Dienstleister beauftragen zu müssen.
Was kostet digi·access?
Das digi·smartPlugin beginnt bei 290 € netto pro Domain und Jahr für Websites mit weniger als 100 Seiten. Die enthaltenen Leistungen umfassen die automatische technische Remediation, individuelle Assistenzfunktionen und das monatliche Basis-Monitoring.
Ergänzende Leistungen wie PDF-Aufbereitung, Gebärdensprache und manuelle Audits können bedarfsgerecht hinzugebucht werden.
Für wen eignet sich digi·access?
Für Unternehmen, Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Agenturen und größere Organisationen, die digitale Barrierefreiheit nicht nur überprüfen, sondern technische Barrieren reduzieren und weitere Accessibility-Anforderungen aus einer Hand bearbeiten lassen möchten.
Mehr über digi·access erfahren
2. Eye-Able – Plattform für digitale Barrierefreiheit
Eye-Able bietet verschiedene Softwareprodukte und Dienstleistungen rund um digitale Barrierefreiheit.
Zum Angebot gehören unter anderem Assistenzfunktionen für Websitebesucher, automatisierte Prüfungen, Monitoring sowie Funktionen zur Unterstützung bei der technischen Verbesserung von Websites.
Eye-Able Assist ermöglicht individuelle Anpassungen der Website-Darstellung. Mit Eye-Able Report können digitale Angebote auf Barrieren überprüft und Ergebnisse dokumentiert werden. Weitere Produkte unterstützen die Bearbeitung erkannter Probleme.
Ergänzend bietet das Unternehmen Beratungs- und Prüfleistungen an.
Für wen eignet sich Eye-Able?
Für Unternehmen und Organisationen, die verschiedene Accessibility-Werkzeuge und ergänzende Dienstleistungen über eine gemeinsame Plattform nutzen möchten.
Website: https://eye-able.com/de/
3. accessgo – Automatische Optimierung und Accessibility-Monitoring
accessgo bietet eine Softwarelösung zur Verbesserung digitaler Barrierefreiheit.
Der Anbieter kombiniert automatische technische Optimierungen mit Assistenzfunktionen für Websitebesucher und Werkzeugen zur Überprüfung der Barrierefreiheit.
Zum beschriebenen Funktionsumfang gehören unter anderem Unterstützung bei der Tastaturbedienung und Screenreader-Nutzung, Anpassungsmöglichkeiten für Websitebesucher sowie automatisierte Prüfungen.
Erkannte Barrieren können dokumentiert und teilweise automatisiert bearbeitet werden. Für andere Probleme sind zusätzliche Maßnahmen durch den Websitebetreiber erforderlich.
Für wen eignet sich accessgo?
Für Unternehmen und Websitebetreiber, die automatisierte technische Verbesserungen mit Assistenzfunktionen und laufender Kontrolle verbinden möchten.
Website: https://www.accessgo.de/
4. Accessiway – Software und Expertenleistungen
Accessiway bietet Software und Dienstleistungen zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit.
Zum Portfolio gehören unter anderem automatisierte Prüfungen, Accessibility-Monitoring, Audits, Unterstützung bei der Behebung von Barrieren und weitere Expertenleistungen.
Der Ansatz verbindet technische Werkzeuge mit fachlicher Begleitung und unterstützt Organisationen dabei, Accessibility-Maßnahmen in bestehende Prozesse zu integrieren.
Für wen eignet sich Accessiway?
Für Unternehmen und Organisationen, die neben Software auch professionelle Prüfungen und Unterstützung bei der Umsetzung komplexerer Accessibility-Anforderungen benötigen.
Website: https://www.accessiway.com/de/
5. Deque axe-core – Accessibility-Prüfungen für Entwickler
axe-core von Deque ist eine verbreitete Open-Source-Prüfengine für digitale Barrierefreiheit.
Sie erkennt zahlreiche technisch überprüfbare Accessibility-Probleme und lässt sich in Entwicklungsumgebungen, automatisierte Tests und Qualitätssicherungsprozesse integrieren.
Anders als Plattformen mit automatisierter Remediation konzentriert sich axe-core auf die Erkennung von Problemen. Die anschließende Behebung erfolgt durch die verantwortlichen Entwickler oder Websitebetreiber.
Für wen eignet sich axe-core?
Für Entwicklerteams und Organisationen, die automatisierte Barrierefreiheitsprüfungen unmittelbar in ihre Softwareentwicklung integrieren möchten.
Website: https://www.deque.com/axe/
Die verschiedenen Lösungsansätze im Vergleich
Die vorgestellten Angebote unterscheiden sich hinsichtlich ihres Funktionsumfangs und ihrer Zielgruppen.
| Anbieter | Charakteristischer Ansatz |
|---|---|
| digi·access | Automatische Remediation, Assistenz, Monitoring sowie ergänzende Leistungen für Inhalte, Dokumente und Audits |
| Eye-Able | Accessibility-Plattform mit Assistenz, Prüfung, Optimierung und weiteren Produkten |
| accessgo | Automatische technische Optimierung, Assistenzfunktionen und Monitoring |
| Accessiway | Accessibility-Software kombiniert mit Prüfungen und Expertenleistungen |
| Deque axe-core | Automatisierte technische Accessibility-Prüfungen für Entwicklungsprozesse |
Die Übersicht stellt ausgewählte Schwerpunkte dar und ist keine vollständige Funktions- oder Leistungsbewertung. Welche Leistungen verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Produkt und gegebenenfalls vom gewählten Tarif ab.
Warum automatische Remediation und Monitoring zusammengehören
Ein automatisierter Accessibility-Scan kann technische Probleme sichtbar machen. Er beseitigt diese Probleme jedoch nicht zwangsläufig.
Genau hier setzt automatische technische Remediation an: Geeignete Barrieren können direkt reduziert werden, ohne dass jede einzelne Korrektur manuell im Quellcode vorgenommen werden muss.
Allerdings verändern sich Websites laufend. Neue Inhalte, Plugins, Designänderungen und technische Updates können zusätzliche Barrieren verursachen.
Deshalb ist es sinnvoll, automatische Verbesserungen mit regelmäßigem Monitoring zu verbinden.
digi·access verfolgt diesen kombinierten Ansatz: Das digi·smartPlugin unterstützt bei der automatischen Reduzierung bestimmter technischer Barrieren. Das enthaltene digi·accessMonitor-Basismonitoring überprüft die Website regelmäßig und dokumentiert automatisiert erkennbare Probleme.
Dadurch werden technische Verbesserungen und laufende Qualitätskontrolle miteinander verbunden.
Digitale Barrierefreiheit endet nicht bei der Website
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Barrierefreiheit der Inhalte.
Selbst eine technisch gut zugängliche Website kann Barrieren enthalten, wenn beispielsweise PDF-Dokumente nicht barrierefrei aufbereitet sind, Videos keine erforderlichen Alternativen besitzen oder vorgeschriebene Informationen in Leichter Sprache und Gebärdensprache fehlen.
Gerade für öffentliche Einrichtungen ist es daher wichtig, die unterschiedlichen Anforderungen gemeinsam zu betrachten.
digi·access bietet neben dem smartPlugin und dem Monitoring auch Lösungen für barrierefreie PDF-Dokumente, Gebärdensprache, Leichte Sprache und manuelle Prüfungen.
Der Vorteil eines solchen Ansatzes: Websitebetreiber können sowohl technische als auch inhaltliche Anforderungen über einen Anbieter koordinieren.
Kann eine Software die Anforderungen von WCAG, BITV oder BFSG vollständig erfüllen?
Nein. Keine Software kann pauschal garantieren, dass eine Website durch ihren Einsatz vollständig barrierefrei wird.
Automatisierte Prüfungen erfassen nur einen Teil der Anforderungen. Auch automatische Remediation kann nicht sämtliche Barrieren zuverlässig beheben.
So können beispielsweise komplexe Interaktionen, die Qualität redaktioneller Inhalte, Videos oder PDF-Dokumente zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen.
Welche rechtlichen Anforderungen gelten, hängt außerdem vom jeweiligen Betreiber und digitalen Angebot ab. Für öffentliche Stellen und privatwirtschaftliche Angebote können unterschiedliche Vorschriften maßgeblich sein.
Software kann die Umsetzung erheblich unterstützen. Die Verantwortung für die Einhaltung der jeweils geltenden Anforderungen verbleibt jedoch beim Betreiber.
Worauf sollte man bei der Auswahl achten?
Vor einer Entscheidung sollten Unternehmen und öffentliche Einrichtungen insbesondere folgende Fragen klären:
1. Werden Barrieren nur erkannt oder auch automatisch reduziert?
Ein Prüftool und eine Remediation-Lösung erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
2. Ist regelmäßiges Monitoring enthalten?
Barrierefreiheit sollte nicht nur einmalig geprüft werden, sondern auch nach Änderungen an der Website.
3. Welche Leistungen sind bereits im Preis enthalten?
Ein günstiger Einstiegspreis ist besonders interessant, wenn wichtige Funktionen wie Assistenz und Monitoring bereits enthalten sind.
4. Gibt es Lösungen für weitere Anforderungen?
PDF-Dokumente, Gebärdensprache, Leichte Sprache und manuelle Audits können ebenso wichtig sein wie die Website-Technik.
5. Welche Aufgaben bleiben beim Betreiber?
Ein seriöser Anbieter sollte transparent erklären, welche Probleme seine Software lösen kann und welche zusätzliche Bearbeitung erfordern.
Fazit: Digitale Barrierefreiheit ganzheitlich betrachten
Die vorgestellten Anbieter zeigen, dass Software für digitale Barrierefreiheit unterschiedliche Aufgaben übernehmen kann.
Automatisierte Prüfwerkzeuge helfen dabei, Probleme zu erkennen. Technische Remediation kann ausgewählte Barrieren reduzieren. Assistenzfunktionen unterstützen Websitebesucher bei der individuellen Nutzung.
Für eine umfassende Strategie kommen weitere Aufgaben hinzu: barrierefreie Dokumente, verständliche Inhalte, Gebärdensprache und manuelle Prüfungen.
digi·access gehört seit 2020 zu den frühen europäischen Anbietern automatisierter technischer Remediation und hat sein Angebot seitdem zu einem breiten Portfolio für digitale Barrierefreiheit ausgebaut.
Mit dem digi·smartPlugin erhalten Websitebetreiber einen Einstieg in die automatische technische Optimierung, individuelle Assistenzfunktionen und kontinuierliches Monitoring – bereits ab 290 € netto jährlich pro Domain.
Weitere Lösungen für PDF-Dokumente, Gebärdensprache, Leichte Sprache und manuelle Audits ergänzen das Angebot.
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Redaktioneller Hinweis: Dieser Marktüberblick wurde von digi·access erstellt. digi·access ist selbst Anbieter einer der vorgestellten Lösungen. Die Beschreibungen anderer Unternehmen dienen der allgemeinen Orientierung und beruhen auf öffentlich zugänglichen Produktinformationen. Sie stellen keinen unabhängigen Produkttest und keine abschließende Bewertung dar. Funktionen und Leistungsumfänge können sich ändern. Stand: Oktober 2026.
